Jörg [19:41 Uhr]
C41 Entwicklungen haben, bei der auf dem Film angegebenen Iso, immer die gleiche Entwicklungszeit. Es gibt allerdings verschiedene Anbieter von Chemie und man muss sich einfach genau an die Bedienungsanleitung halten. Farbfilme zu entwickeln ist kein Hexenwerk, allerdings ist die Chemie nicht so billig wie bei schwarz weiß und um einen einzigen Film zu entwickeln bedarf es auch erst einmal ganzes paket für 35 euro… Man kann zwar mit diesem Paket dann bis zu 14 Filme entwickeln aber so viele habe ich nicht. Mich hält das zumindest immer davon ab ein neues Paket zu kaufen. Wenn jemand Bedarf und Muße dazu hat und jörg b. ein wenig zeigt, dann kann ich meine entwicklungsmaschine mitnehmen… die ist nicht so groß.

Jörg [19:51 Uhr]
was ich bei der Farbentwicklung immer nicht so schön finde ist die Tatsache das es zu den einzelnen Filmen keine Farbprofile für die meisten Scanner gibt. Das Ergebnis finde ich daher immer ein wenig zufällig wenn man anschließend scannt.

Matthias [12:48 Uhr]
35 Euro … für eine Filmentwicklung?

Jörg [19:59 Uhr]
mal mehr mal weniger… je nach dem wie viel Versand noch hinzu kommt oder welche Firma … die Chemie für einen film kostet natürlich nicht so viel… aber man muss auch für einen einzelnen Film erst einmal die kleinste Einheit kaufen.

Jörg B. [00:16 Uhr]
Oh Leute, stellt Euch nicht dümmer an als ihr seid.
Bei Maco (ich denke ich habe hierzu schon mehrfach etwas geschrieben) gibt es alles was es an Chemie dazu braucht, nur sind einige Komponente nicht einzeln erhältlich. Von der Produktmarke gibt es verschiedene Gebinde, z.B. 0,5, 1, 2,5 und 5 Liter. Es gibt auch einen fertig angesetzten Chemiesatz mit 0,5 Liter, https://www.macodirect.de/chemie/farbchemie/c-41/compard-digibase-c-41-ready-to-use-kit-3x-500ml?c=49
Und da steht: damit kann man bis zu 14 Filme schaffen!! das sind Kosten von ca. 1,5€/Fillm !!! Bei den Bausätzen ist immer eine technische Anleitung dabei, die man sich auch runter laden kann und man findet es beim jeweiligen Produkt
Im C41-Prozeß gibt es nur unterschiedliche Entwicklungszeiten, wenn man nicht die Standardtemperatur von 38° verwendet. Im Datenblatt steht dann auch, daß bei einer Temperatur von 20°C 21Minuten die Entwicklung dauert. Die Zeit hängt aber auch von der Stückzahl an Filmen ab, die man schon im Entwickler gebadet hat, weil der eben öfter benutzt wird. Die veränderten Zeiten stehen auch im Datenblatt und bitte auch gucken.
Wieviel Filme man gleichzeitig entwicklen kann, hängt vom Dosenvolumen ab und welchen Ansatz man hat/ nimmt.
Es können aber immer(bei Bedarf) jegliche ASA-Zahlen gleichzeitig verwendet werden. Also bei einer Dose für 5 Filme (ca. 1,5 Liter) passen 50er, 100er, 200er, 400er und auch 800er und oder 1600er Filme rein, gern auch bunt gewürfelt. Das gleiche gilt auch wenn man einen E6-Film in C41 entwickeln will (Crossentwicklung). Die Zeiten ändern sich nur wenn man die Temperatur ändert oder sich der Entwicklet so langsam erschöpft.
Man kann C41-Filme auch pushen, doch damit habe ich keine Erfahrung.
bei mir läuft es bei 20°C wie folgt ab:
3 Minuten Vorwässerung 20°C Dauerkipp
21 Minuten entwickeln 20°C (hat den geringsten Temperaturabfall) 1xkippen/30Sekunden
6 Minuten Bleichbad 25°C wie vor
7 Minuten fixieren 25°C wie vor
15 Minuten fließend wässern oder mit jeder anderen bekannten Methode zu wässern
ca. 2 Minuten Stabibad 25°C bewegen wie vor. zwischen Entwickler, Bleicher und Fixierer empfehle ich eine Zwischenwässerung (Länge nach Bedarf, ich nutze die Zeit um den nächsten Schritt vorzubereiten), um die Verschleppung ins nächste Bad zu minimieren. Es empfiehlt sich für Entwickler, Bleicher, Fixierer eigene, separate Becher zu verwenden.
Schleudern der Filme in der Salatschleuder, MIT der Filmspule und dann auch die Leine zum Trocknen ohne Spule.
Digibase geht wie gesagt auch mit 20°C, andere Entwickler benötigen mindestens 30°C oder sogar 38,5°C (Standardtemperatur)
Zum Testen, zum Üben, empfehle ich die Fertigmischung.
Ihr müßt halt auch bei Maco gucken, denn da steht alles drin und man kann sich alle Infos herunter laden, bei der jeweiligen Produktgröße. C41 ist viel einfacher zu entwickeln als jede SW-Entwicklung. Ist halt vielleicht etwas Zeitintensiver wenn man 20° und nicht 38,5° nimmt.
Man sollte auch bedenken, daß die angebrochene Chemie nicht ewig hält. gerade der Bleicher neigt dazu baldigst zu verrecken. (bearbeitet)
macodirect DE

Compard Digibase C-41 Ready To Use Kit 3x 500ml
Compard Digibase C-41 „Ready to Use“ ist ein gebrauchsfertiges Set zur Farb-Negativ-Entwicklung im C-41 Prozess. Digibase C-41 „Ready to Use“ ist bereits gebrauchsfertig angesetzt und muss nur noch entsprechend dosiert und erhitzt…

Jörg B. [09:27 Uhr]
Noch etwas zu den Filmen:
ein MF-Film hat ungefähr die Fläche eines KB-Films, man kann sie also gleich setzen. Da ihr ja keine 220er Filme habt, gibt es nur noch alt, gilt das vorgesagte, denn 220er Filme haben die doppelte Fläche und einer zählt dann wie 2 Filme.

Jörg [11:20 Uhr]
ist nicht viel anders als sw filmentwicklung… ich denke der respekt kommt daher das die alten entwicklungsverfahren im c41 und e6 teilweise aus bis zu 6 bädern bestanden und man außer bei digibase die 38 Grad ziemlich genau einhalten muss. Ich hab mir einmal das Rollei Kit bestellt (ähnlich digibase) und ein paar filme entwickelt bei 38 grad in der Maschine (dauert dann 6 min im frischen Entwickler)… Es sah genauso aus wie das was man aus den Laboren zurück bekommt. Es gibt eine wirklich reizvolle Variante in der Farbfilmentwicklung. Für mich unschlagbar im Analogen, der Portra 160 im Gegenlicht eine Stufe überbelichtet hat diese unglaublich schönen pastelligen Farbtöne. Ansonsten mag ich lieber SW. (bearbeitet)

Jörg B. [12:17 Uhr]
@Jörg
Mein Herzblut hängt auch am SW-Film, doch mit Farbfilmen läßt sich auch gut experimentieren und darum nehme ich vorrangig alte, abgelaufene Filme, wobei bestimmte Filme neu nicht mehr vorrätig sind. Ich nehme ja auch gerne abgelaufene SW-Filme, denn no risk, no fun.
bei 38°C quälte ich mich, damals noch mit Dilucolor und der Bleicher suppte aus jeder Ritze. Dann kam Rollei oder so und man konnte auch mit 30° entwickeln aber gesuppt hat es immer noch. Jetzt mit der Digibasesuppe geht es auch bei 20°, die Temperatur ist beherrschbar, so wie beim SW-Film. So ist es einfach einfacher und die deutlich längere Zeit ist verschmerzbar.
Und die Farbchemie von Digibase ist keine Einmalchemie, da hat man öfter was davon.
Die großen Gebinde lohnen nicht (wirklich), schon gar nicht der 5Liter-Ansatz. Wer nur ab und zu einen Farbfilm entwickeln will, der ist vielleicht sogar mit der Fertigmischung gut bedient. Hat sich ein Schwung Filme angesammelt geht auch die 1,5-Literpackung und man mischt selber.
Bei all dem sollte man ein sehr gutes Laborthermometer haben, es gibt sie auch elektrisch und Mensuren in unterschiedlicher Größe (bzw. Kleinteilung) auch die von mir schon mal angesprochenen Spritzen aus der Apotheke helfen immer, wenn kleine Mengen abzufüllen sind. (bearbeitet)

Matthias [13:20 Uhr]
Klasse .. danke erstmal für die Information. @Jörg B…. Du hast bestimmt schon ausführlich zu einen früheren Zeitpunkt darüber geschrieben, es sind aber immer unterschiedliche Entwicklungsfenster bei den Menschen vorhanden und nur wenn die offen sind kommen die guten Informationen auch an. Ich war bis vor kurzem so sehr mit der S&W entwicklung und dem ganzen Bereich beschäftigt, dass überhaupt kein Raum für andere Dinge frei war. So langsam groove ich mich da ein und habe große Lust mich auch an die Farbentwicklung zu trauen … deshalb kopiere ich mir Deinen Text jetzt mal heraus und habe ihn dann in meinen Akten … soweit so gut.
Die andere Sache war, dass ich mir Gedanken wegen der Analogkneipe gemacht hatte und fand, es wäre doch schön irgendein gutes Thema zum nächsten Mal mitzubringen und das viel mir dazu ein.
Ich setze mich auch wirklich gern einfach nur so zusammen und schnacke eine Runde und freue mich Euch zu treffen, jedoch haben wir soviel Wissen und Energie am Start, dass es mich immer weiter bringt etwas von Euch zu lernen.
Ich erinnere mal daran, dass Jörg damals einen MF Film entwickelt hat und das ganze Prozedere einmal mit uns durchgegangen ist … Lernen und verstehen kommt von „begreifen“ auch im wörtlichen Sinne … ich möchte es sehen, es anfassen und dann verstehen. :leichtes_lächeln: (bearbeitet)
in diesem Sinne … Liebe Grüße Matthias
Ach so … heute mische ich das erste Mal eine Menge von 5 Litern Entwickler für S&W Entwicklung alleine an. Ich hab schon 5 Filme die auf Ihn warten … mal sehen ob das was wird :zwinkern:

Jörg B. [14:23 Uhr]
@Matthias
5 Liter? warum so viel? denke daran, angesetzter Entwickler hält nicht ewig. Ich geh mal davon aus, daß es keine angesetzte Einmalmischung ist, sondern als Stock fungiert. Sollte es Xtol sein, dann achte darauf, daß die Vorratsflasche(n) gasdicht sind, eventuell mit Schutzgas (Protectan) absichern.
Du entwickelst SW-Filme selbst und so gibt es keine wesentlichen Unterschiede zur Farbfilmentwicklung, als die, die ich weiter oben beschrieben habe oder die, die im technischen Datenblatt genannt sind.
Ich seh da auch keinen Lerneffekt wenn eine Film-Entwicklungsdose alle 30 Sekunden einmal gekippt wird und das über einen Zeitraum von 21 Minuten, man eine Zwischenwässerung macht, dann den Bleicher einfüllt und danach den Fixierer, so wie oben beschrieben. Mach Dich nicht klein, das ist als Entwicklung echt pillepalle und wie beschrieben einfacher und mit weniger Hürden als bei der SW-Enttwicklung. Bei SW kannst Du nicht alle möglichen Filme für die Entwicklung in die Dose stopfen, da hat jeder Film seine eigenen Gesetze und dann noch die unzählichen Entwickler. C41 ist C41, ein standardisierter Prozeß, idiotensicher und die einzige Entscheidung, die man treffen muß, ist die Wahl der Entwicklungstemperatur. Da gibt es Vorschläge und zu jedem Vorschlag die dazu gehörige Zeit.
Den eigentlichen Lerneffekt hattest Du schon beim praktischen Versuch der SW-Entwicklung.

Jörg [15:47 Uhr]
irgendjemand sollte mal den verlauf hier kopieren und in das magazin bringen… :zwinkern:

5 thoughts on “Farbfilme, Slack Unterhaltung zur C41 Entwicklung”

  1. Ich finde es eine tolle Idee die Inhalte unserer Plattform ( Slack blndspot ) und nordisch Photography miteinander zu verknüpfen.
    Super Gesprächsverlauf übrigens 🙂

    Warum steht oben wieder Flensburg Photography ?

    1. ich fand den Gesprächsverlauf extrem informativ… und einer der Nachteile von Slack und anderen chatplattformen ist einfach, das die dinge dann wieder verschwinden nach einer weile… hier passiert das nicht… Im gegenteil… es wird sortiert und alle antworten bleiben thematische beieinander…

      1. Ja, sehr informativ. Zum Beispiel die Tatsache, dass C-41 ein standardisierter Prozess ist, habe ich völlig verdrängt. Seit Beendigung meiner Ausbildung hatte ich mich nie mehr mit Farbentwicklung befasst ;-)…

        1. Ja, es ist immer wieder das gleiche in dem Prozess, einmal korrekt angewendet brauch man es nur immer wieder irgendwie wiederholen… Es gibt kaum Fehler die man einbauen kann und man kann fotografisch sehr gut auf das Ergebnis eingreifen finde ich.

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